Ich bin der, der den Putz von der Wand kloppt.
Kein Innenarchitekt, der dir sagt, welche Farbe besser zu deiner Seele passt. Kein Motivationsredner, der dir erklärt, dass du nur fest genug dran glauben musst. Ich bin der, der kommt, das Werkzeug rausnimmt und anfängt zu klopfen. Schicht für Schicht. Bis das rauskommt, was wirklich trägt.
Ich weiß, wie sich echter Zusammenbruch anfühlt. Nicht aus dem Lehrbuch. Ich war dabei. Nachts. Wenn nichts mehr geht. Wenn Menschen aufgehört haben, sich selbst zu hören, weil der Lärm drumherum lauter war als alles andere.
Rettungsdienst. Krisenintervention. Jahre. Dann einige weitere Jahre Aus-und Fortbildung, weil mir sinnlose Wochenend-Zertifikate nicht gereicht haben.
Zu viele Stimmen. Zu viele Meinungen. Zu viel Lärm von außen, zu wenig Ruhe von innen.
Und dann irgendwann die Erkenntnis: Der Putz, den ich da draußen von Wänden gekloppt habe, der sitzt auch drinnen. Bei dir. Bei mir. Bei uns allen, die irgendwann aufgehört haben zu fragen, wer wir eigentlich sind, wenn niemand zuschaut.
Sie hat gestrahlt. Sie hat den Himmel noch angelacht, als wollte sie jubeln über diese geile Fahrt mit dem Traktor. Sie war tot, schien aber lebendiger zu sein, als die meisten Menschen, die wie Roboter durch die Stadt hetzen.
Ich fühle sie noch heute.