Gedanken

Der Blog über die Liebe

//In der Liebe bleiben. Trotzdem.

In der Liebe bleiben. Trotzdem.

Weißt du noch, Liebes, weißt du noch? Diese Bank da, die eine von den zweien unter dem riesigen Baum. Weißt du noch, warum wir sie gewählt hatten? Ja genau, es hatte geregnet an dem Tag, aber wir wollten noch kurz für uns sein, bevor wir wieder zurück gehen in die Gruppe. Ich wollte noch einmal in deinen dunklen Augen versinken, mit deinem Atem verschmelzen und deinen Duft um mich haben. Und du wolltest noch einmal gehalten werden, mich und uns spüren, miteinander sein ohne alle Worte. Innigkeit, verschmelzen im Zauber unserer Liebe.

Ja, das weiß ich noch, es wurde der Kuss meines Lebens. Es wurden Momente im Regen, die ich nie vergessen werde. Weil es nicht den Eiffelturm dazu braucht oder die teure Reise, es brauchte nur dich für die Magie meines Lebens. Es brauchte uns beide, um Ganz zu sein.

Hab ich dir je gedankt dafür, mein Engel? Hab ich dir je gesagt, wie dieser Moment war? Nein, es brauchte keine Sprache, unser Lächeln, unsere Berührungen und unsere Küsse waren unsere Sprache. Die haben mehr gesagt, als es Worte zu tun vermögen.

Und jedesmal wenn ich an dieser Bank vorbei kam, regnete es. Nicht vom Himmel, sondern direkt aus meinem Herzen. Meine Tränen wollten kaum aufhören, weil der Schmerz unserer Trennung so bitter schmeckte, weil dieser Schmerz fast mein Herz zerrissen hatte. Dieser Kuss war unser letzter, kurz danach trenntest du unsere Innigkeit. Du konntest nicht anders. Und ich konnte danach kaum mehr atmen.

Du darfst sie lieben

Ich litt, ich krepierte fast, bis mein Lehr-Therapeut dann den Satz formulierte, der mein Leben für immer verändern sollte. Ein Satz so einfach und klar, aber auch so eiskalt wie ein Gebirgsbach. Ein Satz, den ich erst nicht hören wollte, weil er einfach nicht das ausdrückte, was ich wollte, aber Freiheit versprach.

Er sagte diesen Satz zum Abschied aus der Stunde und lächelte wissend:

Weißt du, was so schön ist Georg, fragte er.

Lieben kannst du sie auch so, dazu musst du sie nicht haben.

Wie bitte? Aber es tat doch so weh. Es war doch derart bitter, sie war ja nicht mehr da. Wozu sie dann noch lieben, wenn es doch keinen Kuss mehr gab?

DER SATZ HATTE MICH VOLL ERWISCHT, ER HAT MICH ENTTARNT

Weisst du, mein Engel, was ich gelernt habe? Liebe besitzt nicht, sagen sie. Liebe engt nicht ein, meinen sie. Und verdammt, es stimmt. Und es wurde klarer und klarer:

  • Warum kann ich dich nur lieben, so lange du mich küsst?
  • Warum gebe ich der Wut über unsere Trennung mehr Raum als meiner Liebe zu dir?
  • Warum will ich meine Liebe abschneiden, nur weil ich traurig bin?
  • Ob du da bist oder weg bist, deinen Weg gehst oder unseren – bist du nicht in allen Fällen der Mensch, den ich liebe, frei von meinen Wünschen?

Ja, ich war enttarnt. Ich hatte viel Wollen in mir, hatte Wünsche an dich, an uns. Obwohl ich im Kopf verstehen konnte, was dich zur Trennung bewegt hatte, war ich verbittert. Dabei hat die wirkliche Liebe mit der Freiheit zu tun, dem anderen seinen Weg zu lassen.

Die Wünsche, die Freude am gemeinsamen Sein, die Wut und Verbitterung über die plötzliche Trennung. Alles erstmal normal, aber auf Dauer nicht gesund. Wirkliche Liebe engt nicht ein, wahre Liebe braucht keine Bedingungen. Lieben kann ich dich auch so, da brauchst du mich nicht zurück-zu-lieben.

Freiheit pur

In diesem Satz liegt die wahre Freiheit, für dich und für mich. Du hattest nur unsere Verbindung getrennt, aber die Liebe hast du mir nicht verboten. Das hat sich nur so angefühlt, dass ich dich nicht mehr lieben dürfte.

Lieben kann ich dich auch so:

Weil du der Mensch meines Herzens bist. Weil du einfach so bist, wie du bist. Mit deinen Mustern, Sorgen und Nöten, mit deinem Strahlen und deinen unendlich schönen Augen. Das alles und noch viel mehr bist du so oder so. Ob wir uns begegnen, oder auch nicht. Du bist.

Dazu muss ich dich nicht haben:

Liebe hat nichts mit Besitz zu tun. Liebe verlangt nicht, dass du dies oder jenes für mich tun musst, damit ich dich lieben kann. Du musst garnichts. Du sollst den Weg gehen, der dir gut tut. Wenn ich dich wirklich liebe, dann liebe ich dich auch dafür. Weil ich will, dass es dir gut geht. Und ich habe dich nicht in meinen Armen. Dafür aber habe ich dich in meinem Herzen.

Und weißt du was? Heute gehe ich an unserer Parkbank vorbei und muss lächeln. Und genieße eine riesige Dankbarkeit für das was war und eine noch größere Freiheit in mir. Ich muss dich ja nicht haben, um, ach du weißt schon…

Nachklang

Dieser Text wollte raus. Mit dem Satz, den ich damals hörte, arbeite ich heute selbst mit meinen KlientInnen und Paaren. Er löst, wie bei mir, zu Beginn immer heftigen Widerstand aus. Und dann, zum Teil Wochen später, kommt das große Erstaunen. Und es wird mir bestätigt, dass darin pure Freiheit liegt, und damit pure Liebe.

Möge dich dieser Satz auch nachdenklich machen, aufrütteln und euch befreien.

Weil es um die Liebe geht. Immer.

„Berührend, klar, schnell! Voller Liebe. Hat uns echt gut getan!“

Schreiben kann man viel. Für eine erste echte Begegnung biete ich euch und dir einen Impulstermin am Telefon oder per Skype an.

Termin gleich buchen!

„Wann hören wir uns?“

2018-09-13T15:38:39+00:00

One Comment

  1. Maria 22. August 2018 at 01:09 - Reply

    Wunderschön, danke fürs Teilen und dran erinnern 🙂

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